Fehlersuche

Manchmal entstehen Fehlstiche, oder die Naht wird nicht so, wie sie eigentlich aussehen sollte. Dann beginnt die Fehlersuche.

Ich versuche mal, alle möglichen Fehlerquellen und die Abhilfen aufzuzeigen.

Stoff rutscht weg, Naht wird schief

  • Nähfußdruck ändern. Normalerweise bedeutet mehr Druck (Schraube rein) mehr Kontrolle. Ist er jedoch zu hoch, können sich Falten oder Wellen bilden.
  • Anderen Nähfuß. Mit dem Klarsichtfuß sieht man schneller, wenn sich der Stoff wegbewegt. Bei bestimmten Stoffarten ist jedoch das Plastik des Klarsichtfußes eher hinderlich.
  • Den Stoff mit den Händen rechts und links vom Fuß führen, nur flach auflegen, nicht hinten ziehen. 
  • Bügeln und Üben

 

Saum verzieht sich

  • Ordentlich Bügeln und Stecken
  • Differential anpassen, Fuß austauschen. Es kann sein, dass der Transporteur die untere Lage Stoff schneller transportiert als die obere.
  • Nähfußdruck verringern
  • Bei dünnen Stoffen Avalon unterlegen

 

Schlaufenbildung unten

  • TLC-Hebel umstellen. Mit „Tight“ ist man eigentlich auf der sicheren Seite, aber manchmal klappt es mit „Soft“ besser.
  • Wird mit zwei Nadeln genäht, die Position wechseln. Die Nadeln so einsetzen, dass möglichst keine Stoffkante unter dem Fuß landet.
  • Prüfen, ob der Greiferfaden eingerastet ist. 
  • Entstehen die Schlaufen an den ersten cm der Naht, mit Ansatzstück arbeiten. Gerade, wenn die Naht bis zur Stoffkante perfekt sein muss, ist das eine gute Lösung. Die Naht auf einem Reststück beginnen und beenden, nach dem Nähen nicht ganz wegschneiden, sondern ein Stückchen dran lassen. So geht bis zur weiteren Verarbeitung auch nichts auf.
  • Richtige Nadeln eingesetzt?
  • Fädelweg kontrollieren

 

Stoff staut sich hinter dem Fuss

  • Bei Nahtkreuzungen: Kurzen Fuss versuchen, Nähfußdruck verringern, Hebamme verwenden
  • Am Nahtanfang: mehr Stoff unter den Fuß legen, Ansatzstück verwenden.
  • Prüfen, ob der Anschiebetisch oder die Abdeckung des Freiarms korrekt eingesetzt wurde.

 

Es bildet sich keine Naht

Der erste Blick gilt dem Greiferarm. Gerade, wenn man neu eingefädelt hat: 

Ist er wieder in seine Position zurückgeschoben worden?

Wenn ja, wo hängt der Unterfaden? Im Normalfall kann man ihn einfach ein Stück hinten hängen lassen, beim Losnähen wird er hochgeholt. Aber gerade Bauschgarn verheddert sich gern mal dabei. Daher bei problematischen Garnen entweder mit dem Handrad beginnen, oder mit einem kleinen Haken, zum Beispiel dem Teil von der Overlock, den Greiferfaden nach oben holen.

Fehlstiche

  • Richtige Nadeln drin? Infos über die Nadeln gibt’s in der Rubrik "Nadeln".
  • Bitte prüfen, ob die Nadeln wirklich mit dem Schaft ganz oben sind.
  • Gebügelt? Gehämmert?
  • Nähfußdruck ändern
  • TLC umstellen.
  • Differential ändern. Grundsätzlich sollte man zwischen 1.0 und 1.25 beginnen. Bei dickeren Stoffen darfs auch etwas mehr sein. Dabei einfach dran denken, wie das Differential funktioniert.
  • Probelauf mit anderem Garn.
  • Auch hier Greifer checken, da kann sich auch mal was verheddert haben.
  • Neu einfädeln, Fädelweg prüfen
  • Neue Nadeln
  • Spannungsscheiben kontrollieren. Bei angehobenem Fuß sollte sich die rechte Scheibe nach außen bewegen lassen (z.B. mit der Pinzette)

 

Nähte gehen nach dem Waschen auf

  • Garnqualität. Zu alt? Zu dünn?
  • Übersehene Fehlstiche. Immer genau schauen, von beiden Seiten. Evtentuelle Fehlstiche auffangen und sichern, wenn man nicht auftrennen will
  • Naht nicht dehnbar genug und überansprucht. Gerade am engen Halsausschnitt und Saum auf gute Dehnbarkeit achten

Solltet ihr Probleme haben, arbeitet diese Liste ab. Aber wenn ihr merkt, dass sich beim Verändern einer Einstellung weder bei ganz hoch, noch bei ganz niedrig etwas tut, dann wendet euch bitte an den Händler.

Macht dazu einfach ein gutes Bild der Naht, daran lässt sich oft viel erkennen. Hin und wieder wird auch mal eine defekte Janome ausgeliefert (bzw. es ist etwas auf dem Versandweg passiert).


Bei einem Videodreht ist mir ein Fehler unterlaufen, ich hab beim Einfädeln die Öse unten am Greifer ausgelassen. Witzig, ich habe es überhaupt nicht bemerkt. Die Janome hat gecovert wie ne Eins. Die Naht mit dem Metallicgarn wurde sogar perfekt.

So gut, dass ich, als man mich auf meinen Fehler aufmerksam gemacht hat, gleich ein paar Testnähte machte. Es gibt keine Fehlstiche, wenn man die Öse auslässt, aber mit normalem Garn kann die Naht etwas unruhig werden. Mit Ziergarnen dagegen kann es so sogar besser funktionieren.


Reparaturanleitung Transporteur 1000

Achtung, ab hier auf eigene Gefahr!

Wie schon bei der Modellauswahl beschrieben, gibt es Janomes, bei denen der vordere Transporteur zu niedrig ist.

Sollte das bei euch der Fall sein und ihr habt nicht die Möglichkeit, die Maschine zu reklamieren oder in eine Fachwerkstatt zu geben, könnt ihr versuchen, das selbst zu richten. Aber ich übernehme keine Garantie!

Zuerst klappt ihr den Greifer zur Seite und löst dann die untere Schraube für den vorderen Transporteur. Nicht zu weit rausdrehen, eine halbe Umdrehung reicht meist schon.

Der Nähfuss muss angehoben sein.

Danach die die obere Schraube auch lösen.

Nun schiebt ihr den Transporteur etwas nach oben, so dass beide Zahnreihen gleich hoch sind. Am besten so festhalten und mit der anderen Hand die Schrauben wieder anziehen (das geht mit Kamera in der Hand schlecht).

Anschließend eine Probenaht machen.