Erste Schritte

Herzlichen Glückwunsch zu deiner neuesten Errungenschaft. Ich gehe davon aus, dass du, wie die meisten, jetzt schon eine Nähmaschine und vielleicht auch eine Overlock besitzt.

Bitte vergiss aber erst mal alle Gewohnheiten dieser Maschinentypen und fange ganz neu an. Die Cover kommt aus der Industrie und war eigentlich dazu gedacht, immer die gleiche Art von Saum zu nähen. Verschiedene Nähte wurden an verschiedenen Maschinen gemacht. Zu Hause jedoch soll eine Maschine alle gewünschten Nähte machen und daher sind ein paar Einstellungen notwendig, vor allem, wenn Zubehör angebaut wird.

 

Die Janome Cover ist eine Maschine der Einsteigerklasse und erfordert etwas mehr Vorbereitung für eine perfekte Naht. Aber keine Angst, das liest sich am Anfang komplizierter, als es ist.

 

Die Janome Cover wird eingefädelt ausgeliefert. Im Allgemeinen ist das in Ordnung. Wenn jedoch Probleme auftauchen, immer zuerst mal neu einfädeln. Das ist im Vergleich zu einer Overlock aber viel einfacher.

Im Normalfall kann das Greifergarn angeknotet werden. Beim Durchziehen aufpassen, der Knoten bleibt gern mal an der oberen Metallplatte hängen.

Nimm dir einen Stoff, der nicht zu dünn ist und teste auf zwei Lagen, wie die Cover so näht.

Für den Anfang sind folgende Einstellungen als Ausgangswert erfahrungsgemäß gut geeignet:

 

Nadelspannung alle auf 4

TLC-Hebel auf „tight“

Greiferspannung auf 2

Stichlänge 3

Differential 1.0 (das ist neutral)

Nähfussdruck 1.2 cm

 

 

Beachte bitte, dass nicht alle Maschinen gleich reagieren. Die Janome Cover funktioniert rein mechanisch und beim Zusammenbau gibt es Toleranzen. Da kann bei einer Maschine ein Einstellwert um 2 Stellen höher sein als bei einer anderen,  aber es ergibt trotzdem die gleiche Naht.

Mit der Zeit wirst du deine persönliche Grundeinstellung herausfinden.

 

Wichtig ist dabei auch, spezielle Einstellungen zu notieren, zum Beispiel wenn über Gummi genäht wird. Das erspart Zeit, wenn sie wieder benötigt werden.

 

So sollte eine Naht mit der Cover in etwa aussehen:

 

 

 

Jetzt sind auf der Rückseite die Oberfäden zu sehen. Solange das auch die Rückseite bleibt, ist das in Ordnung. Bei der Cover muss die Naht nicht wie bei der Nähmaschine werden, bei der die Nahtkreuzung idealerweise genau in der Stoffmitte liegt.

 

Werden die Oberfäden auf die Rückseite gezogen und bilden da kleine Schlaufen, ist die Naht auch gut dehnbar.

Soll die Rückseite vorne sein, möchte man diese Schlaufen natürlich vermeiden. Zuerst ist es am besten, drei (bzw. vier) gleiche Farben zu verwenden. Stören die Schlaufen dann immer noch, kann die Spannung an den Oberfäden noch erhöht werden. Denke jedoch daran, dass die Naht dann irgendwann weniger dehnbar wird.

 

Das kann dann so aussehen:

 

 

Nun freunde dich ein bisschen mit deiner neuen Maschine an. Immer daran denken, dass eine Cover keine Nähmaschine ist.

Erhöhe und senke das Differential, ändere die Stichlänge, beobachte, was beim Umstellen des TLC passiert.

Dann nimm dir noch ein paar Stücke Stoff und nähe sie mit der Overlock oder der Nähmaschine zusammen, als wären es Seiten- oder Schulternähte. Cover dann darüber.

Mit der Zeit wirst du feststellen, dass du vielleicht etwas nachstellen musst.

Hier kommt der Nähfußdruck zum Einsatz. Aber auch das Bügeleisen!

Wird über Nähte gecovert, ist gutes Bügeln wichtig. Es wird dir viel Auftrennarbeit ersparen.

Für ganz dicke Stellen gibt’s dann noch was ganz extremes: den Hammer.

Kein Witz, einfach mal versuchen und flachhämmern.